Architektur und städtebauliche Aspekte



Das Gebäude Lützner Straße 11 in Leipzig-Lindenau gehört zu den wenigen erhaltenen Biedermeierhäusern aus der vorgründerzeitlichen Epoche Leipzigs.

Das zweigeschossige Wohnhaus mit erhaltener Gartenanlage stammt aus dem 19. Jahrhundert und besteht aus zwei Teilen: Das straßenseitig gelegene ältere Haupthaus wurde 1823 erbaut, der später angefügte Anbau wurde 1860 errichtet. Der Erbauer ist unbekannt.

Das Bauwerk ist als Kulturdenkmal im Sinne des § 2 SächsDschG vom Landesdenkmalamt Sachsen erkannt und inventarisiert worden. Damit unterliegt es kraft Gesetz den Bestimmungen des Sächsischen Denkmalschutzgesetzes vom 03.03.1993.

Das Gebäude ist eines der letzten Zeugnisse der ehemals dörflichen Besiedlung von Leipzig-Lindenau. Es befindet sich in einer städtebaulich signifikanten Lage an einer Hauptausfallstraße Leipzigs in Richtung Westen. Die Grundstücksgröße beträgt etwa 1800 m².

Das Gebäude ist entsprechend der Architekturauffassung der Zeit des Biedermeier schlicht und zurückhaltend gestaltet. Die Fassade weist eine klare Linienführung auf und wird durch Fenster und Gesimse gegliedert.


Durchgeführte Erhaltungs- und Sicherungsarbeiten

Das Gebäude befand sich in einem äußerst desolatem Bauzustand und war stark einsturzgefährdet. Die bereits mehrfach unzureichend abgestützte Dachkonstruktion sowie der vorhandene Schwammbefall im Giebel trugen wesentlich zur Schadensausweitung bei. Die Baumaßnahmen duldeten keinen weiteren Aufschub.  

Die geplanten Sicherungs- und Sanierungsarbeiten zur Rettung des wertvollen Kulturdenkmales Goetz-Haus begannen im Juni 2001.

Die Durchführung der geplanten Sanierungsmaßnahmen erfolgte jeweils in Abstimmung mit der zuständigen Denkmalschutzbehörde.

Schwerpunkte dabei waren z.B.:
 
  • Die Fassade wurde neu geputzt (Glattputz) und gestrichen. Die Gesimse und Fensterprofile wurden neu gezogen.
  • Die Erneuerung der Fenster erfolgte nach Detailvorgabe und Bemusterung als Isolierverglasung nach historischer Gliederung.
  • Die Dachtragkonstruktion wurde als neue Holzkonstruktion ausgebildet. Eine Sanierung der alten Konstruktion wäre nur unter allergrößtem Aufwand möglich und damit unwirtschaftlich gewesen.
  • Straßenseitig wurden die zwei ehemals vorhandenen Fledermausgauben wiedererrichtet.
  • Die Dachdeckung erfolgte mit Biberziegeln, naturrot mit Segmentschnitt und  Rillen. Der Ortgang wurde vermörtelt und der hölzerne Gesimskasten erneuert. Es wurde eine liegende Rinne ausgebildet. Material von Rinne und Fallrohren: Titanzink.
  • Die vom Schwamm und von Insekten befallenen Geschossdecken (Holzbalkendecken) wurden erneuert.
  • Die Türen und Beschläge wurden sinnvoll erhalten und denkmalgerecht aufgearbeitet.
  • Im Treppenhaus wurde eine Untersuchung nach der ursprünglichen Ausmalung vorgenommen und diese nach einem Farbkonzept erneuert.

aktualisiert am: 10.03.07